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Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH)
 

Presse 2014

Presse CTH


10. April 2014

Lebensbedrohliche Blutgerinnsel in der Lunge besser behandeln

Erste CTH-Publikation im renommierten New England Journal of Medicine zum Thema Lungenembolie

Blutgerinnsel (Thromben) in der Lunge können zum Tod führen oder einen Kreislaufkollaps nach sich ziehen. Eine frühe – Blutgerinnsel auflösende – Behandlung kann ausgewählte Patienten am Leben erhalten. Dabei ist allerdings eine erhöhte Rate von Hirnblutungen zu beachten. Diese Ergebnisse einer Studie des Centrums für Thrombose und Hämostase (CTH) hat das New England Journal of Medicine, die weltweit renommierteste Fachzeitschrift für große klinische Studien, heute veröffentlicht.

„Die PEITHO-Studie unterstützt eindeutig unsere Annahme, dass eine Abschätzung der Risiken von Patienten mit akuter Lungenembolie unbedingt notwendig ist. Darüber hinaus unterstreicht die Studie, dass diese Patienten grundsätzlich eine rasche, wirksame Thrombusauflösung benötigen", so Univ.-Prof. Dr. Stavros Konstantinides, Professor für Klinische Studien am Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz und Studienleiter.

New England Journal of Medicine
Prof. Konstantinides (links) und Prof. Walter (Wissenschaftlicher Leiter des CTH) präsentieren mit Stolz die Publikation im New England Journal of Medicine


2. April 2014

Maastricht und Mainz werden Partner in der Spitzenforschung

Wissens- und Know-how-Transfer verbessert die Patientenversorgung

Im Februar 2014 haben das Universitätsklinikum Maastricht (UMC) aus den Niederlanden und das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz eine langfristige Kooperation auf dem Gebiet der Thrombose vereinbart. Im Rahmen der Zusammenarbeit wollen beide Seiten ihr Wissen und Know-how in Bezug auf häufig vorkommende Gerinnungsstörungen ausbauen und sich als internationale Expertisezentren profilieren. Durch die weitgehende Spezialisierung beider Partner und durch verbesserte Behandlungsmethoden werden in Zukunft auch die Patienten davon profitieren.

Geplant sind Wissenschaftleraustausch, gemeinsame Forschungsprojekte, der Transfer von Forschungsergebnissen sowie der Austausch von Nachwuchswissenschaftlern im Rahmen strukturierter Programme. So sollen beispielsweise die Daten der Maastrichter Studien im Bereich Thrombose mit den CTH-Wissenschaftlern geteilt werden. Gleichzeitig können Maastrichter Forscher zentrale Strukturen des CTH nutzen. So können sie auf Bio- und Datenbanken, Methodenplattformen sowie Daten der Gutenberg-Gesundheitsstudie zurückgreifen. Univ.-Prof. Dr. Ulrich Walter, Wissenschaftlicher Direktor des CTH sieht die Zusammenarbeit mit Maastricht als strategische Komponente im weiteren Ausbau des CTH und erklärt: „Letztendlich soll sich die Zusammenarbeit zu einer stabilen Allianz entwickeln, von der aufgrund der vertieften Spezialisierung und der verbesserten Behandlungsmethoden vor allem die Patienten profitieren.“

Vertragsunterzeichnung
Unterzeichnung der Kooperationsverträge (v. l. n.r.); Der Wissenschaftliche Direktor des CTH Univ.-Prof. Dr. Ulrich Walter, der Direktor des Maastrichter Hart-en Vaatcentrum (HvC) Prof. Dr. Michael Jacobs, der Direktor des CARIM Prof. Dr. Thomas Unger, Prof. Dr. Johan Heemskerk (CARIM), Inhaber der Alexander von Humboldt-Professur Experimentelle Hämostaseologie am CTH Prof. Wolfram Ruf und Prof. Hugo ten Cate (CARIM)

16. Februar 2014

Sichtbare Beteiligung des Centrums für Thrombose und Hämostase bei der 58. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) in Wien

Die GTH fand in diesem Jahr vom 12.-15. Februar in Wien statt. Dort kamen bei interessanten Vorträgen, Fallkonferenzen und Workshops Wissenschaftler und Ärzte aus dem Fachbereich der Thrombose und Hämostase zusammen, um sich zu aktuellen Themen sowie Forschungs- und Studienentwicklungen auszutauschen.

Das CTH war vor Ort durch insgesamt 22 Mitarbeiter vertreten.  Sechs Wissenschaftler haben seitens des CTH einen Vortrag zu den entsprechenden Themen im Rahmen verschiedener Sitzungen oder Wissenschaftssymposien gehalten. Am Kasnitischen Symposium „Pearls in Thrombosis and Haemostasis“  war die Universitätsmedizin Mainz mit drei Rednern stark vertreten. Herr Dr. Olaf Beck eröffnete gelungen mit der Vorstellung eines Jungen mit akuter Dyspnoe bei gleichzeitiger T-Zell Leukämie (Four-year-old Boy with T-cell Leukemia Suffering from Acute Dyspnea). Frau Dr. Carola Hecking stellte einen brisanten Fall einer Schwangeren mit wiederkehrenden cerebralen Ischämien aus der Gerinnungsambulanz des CTHs vor (Recurrent Cerebral Ischemia in a Pregnant Multipara). Zwei sehr dramatisch verlaufende Schwangerschaftskomplikationen bei zwei Schwestern wurden durch Frau Dr. Tanja Falter gezeigt und durch eine kurze Zusammenfassung der Expertin Frau Prof. Inge Scharrer abgerundet (Recurrent Severe Pregnancy Complications with Thrombocytopenia and Hemolysis in Two sisters). Die Koordination und Organisation dieses Symposiums lag bei Prof. Bernhard Lämmle und Prof. Ulrich Walter. Außerdem sprachen folgende Mitarbeiter des CTH vor den Besuchern der GTH:

  • Dr. Davit Manukyan Human Cofactor Independent Monoclonal Anticardiolipin Antibody Triggers Thrombus Formation in Vivo
  • Nives Hörmann  The Gut Microbiota Regulates Small Intestinal Permeability and Obesity Development via Epithelial Neuropilin-1
  • Prof. Stavros Konstantinides DVT/Acute Pulmonary Embolism
  • Dr. Maren Lillich  Gut Microbial Communities Impact on von Willebrand Factor Multimer Levels
  • Eivor Wilms / Avinash Kandaghale The intestinal microbiota affects intestinal coagulation factor synthesis and arterial thrombus formation
  • Dr. Cora Reiß Antiplatelet properties of the NO independent sGC stimulator Riociguat (Bay 63-2561)
  • Karoline Rosenplänter Feedback-activation of Platelet Thrombin Generation In Vitro Reveals Platelet Hypercoagulability in Patients with Stable Coronary Artery Disease
  • Mareike Döhrmann Basic mechanisms of platelet thrombin amplification: Critical role of platelet receptor CD36
  • Dr. Sven Jäckel  Promotes Arterial Thrombus Formation Via von Willebrand Factor  Under Non-infectious Conditions
  • Klytaimnistra Kiouptsi Factor VIII Deficiency is Associated with Increased von Willebrand Factor Plasma Levels but Does Not Impact on Platelet Function.
  • Ines Brandao Gut Microbes Augment Apelin Expression in Intestinal Microvascular Endothelial Cells Via TLR Signaling
  • Veronique Schmitt Thrombotic thrombocytopenic purpura (TTP) and pregnancy
  • Dr. Carola Hecking Recurrent Cerebral Ischaemia in a Pregnant Woman with PFO and Thrombophilia
  • Dr. Karsten Keller Right Ventricular Dysfunction in Hemodynamically Stable Patients with Acute Pulmonary Embolism
  • Dr. Karsten Keller Oral Anticoagulation in Pulmonary Embolism and Deep Vein Thrombosis – Results from a Setting in Regular Medical Care
  • Dr. Karsten Keller Gender-specific Differences in Heamo-dynamically Stable Patients with Acute Pulmonary Embolism
  • S. Sollfrank Application of the Next-generation Sequencing Technique to  Diagnostic Sequence Analysis of the VWF Gene
  • Dr. Tanja Falter Late onset and pregnancy-induced congenital thrombotic  thrombocytopenic purpura (TTP)
GTH 2014
vlnr.: Hr. Alberio, T. Falter, I. Scharrer, U. Walter, Hr. Colucci, B. Lämmle, C. Hecking

Als überaus erfreulich erweist sich auch die Auszeichnung von Hariharan Subramanian  (Postdoctoral Fellow im CTH Mainz ab 01.05.2014). Herr Subramanian wurde für seine Arbeit zum Thema: „Development of new FRET-based biosensors for investigating the regulation of rap1b activation in megakaryocytes and platelets“ mit dem Rudolf-Marx-Stipendium 2014 der GTH ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Neben der Tagung konnte zudem die Verabschiedung einer S2K Leitlinie zum Thema „Behandlung von Thrombozytopathien“ AWMF-Registriernummer: 086-004, ICD10-Code Thrombozythopathie D69.1 (PD K. Jurk und Prof. U. Walter Koautoren) erfolgen und eine GTH-Arbeitsgruppe zum Thema „Labordiagnostik“ unter der Leitung von Prof. K. Lackner und Prof. U. Walter wurde gegründet.


9. Januar 2014

Universitätsmedizin Mainz führt Studie über Stand der medizinischen Versorgung mit oralen Blutgerinnungshemmern durch


Das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) und die II. Medizinische Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz starten heute eine Online-Befragung von rund 12.000 Ärzten in Rheinland-Pfalz zum Thema Gerinnungsheilkunde. Forschungsgegenstand ist zum einen die Versorgungssituation von Patienten, die aufgrund von Erkrankungen wie beispielsweise Vorhofflimmern, Lungenembolie, tiefer Beinvenenthrombose oder Herzklappenerkrankung mit Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung, sogenannten oralen Antikoagulantien, behandelt werden. Zum anderen wollen die Wissenschaftler mehr über den Behandlungsalltag aus Sicht der behandelnden Ärzte erfahren. Schwachstellen in der medizinischen Versorgungstherapie zu identifizieren und Optimierungspotentiale zu nutzen, das sind die langfristigen Ziele der im Rahmen des thrombEVAL-Studienprogramms durchgeführten Befragung. Das Projekt wird durch die Initiative Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie als Landesleitprojekt gefördert.